Kooperationsprojekt Biologie
An der Universität Duisburg-Essen wurde im Jahr 2004 eine Forschergruppe eingerichtet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, naturwissenschaftlichen Unterricht aus fachdidaktischer, pädagogischer sowie lernpsychologischer Perspektive zu untersuchen und dabei Faktoren zu ermitteln, die einen positiven Einfluss auf die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern haben. Ein Kooperationsprojekt zwischen den Instituten für Didaktik der Chemie und Didaktik der Biologie beschäftigt sich verstärkt mit der Erforschung von Aufgaben, die in einen alltagsweltlichen Kontext eingebunden sind.
Dieser Kontextbezug von naturwissenschaftlichem Unterricht wird seit neuestem in den Bildungsstandards und den sog. Kerncurricula für den Unterricht explizit eingefordert. Sind solche Kontexte aber für den Lernerfolg einer Schülerin oder eines Schülers überhaupt lernwirksam und kann dieser Lernerfolg eventuell durch spezielle Lernumgebungen verstärkt werden?

Für die Beantwortung dieser Fragen ist es notwendig, möglichst viele Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichen Schulen zu finden die bereit sind, zusätzlich zum normalen Schulunterricht an einer Studie teilzunehmen. Am Steinbartgymnasium haben sich im Juni 2007 insgesamt 50 Schülerinnen und Schüler freiwillig für die Teilnahme an diesem Forschungsprojekt gemeldet. In einer ersten „Testwelle“ haben sie an fünf aufeinanderfolgenden Tagen im Anschluss an den Regelunterricht an einer zusätzlichen Chemiestunde teilgenommen, in der es um die experimentelle Lösung von chemischen Problemen ging. Mit spezieller Video- und Tonausstattung ausgerüstet wurden einige Schülerinnen und Schüler bei der Lösung der Probleme beobachtet. Die so entstandenen Videos geben Aufschluss über den Problemlösungsverlauf der Schülerinnen und Schüler. Alle Probandinnen und Probanden haben vor und nach der Woche mit den chemischen Experimenten an schriftlichen Tests teilgenommen, um den Lernfortschritt zu bestimmen.
Im November 2007 haben dann die selben Schülerinnen und Schüler, ergänzt durch weitere 12 Freiwillige, an der Anschlussstudie mit biologischen Experimenten teilgenommen und wurden auch dabei mit Videokameras beobachtet und mit schriftlichen Tests konfrontiert. Im April 2008 wurde nun zum Abschluss mit weiteren schriftlichen Tests untersucht, ob die Schülerinnen und Schüler das erworbene Wissen auch behalten haben oder nicht. Die bei dieser Studie erhobenen Daten werden zurzeit an der Universität Duisburg-Essen ausgewertet und bilden die Grundlage für zwei Doktorarbeiten. Die Schüler wurden für ihr zusätzliches Engagement mit 25 € pro Studie entlohnt.
Christian Henke